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Instructor's Course - nur für erfahrene Kampfsportler
von Oliver Bechmann
„Hoch mit dir! Weiter kämpfen!“ Die Teilnehmer
des Selbstverteidigungs-Seminars schwitzen aus allen Poren, treten
und schlagen gegen große Pratzen, die ihnen von allen Seiten
entgegen gehalten, ja entgegen gestoßen werden. Mit denen
sie geschubst und geschlagen werden, so dass sie nach Luft ringend
auf die Knie gehen. Sascha Baumeister und Oliver Bechmann,
Ausbilder der israelischen Nahkampf- und Selbstverteidigungsmethode
Krav Maga, feuern sie an, fordern sie auf, auch gegen die Übermacht
nicht aufzugeben. Krav Maga-Instructors lehren Techniken und Taktiken,
aber auch Durchhaltevermögen und Kampfeswillen. Die entsprechenden
speziellen Übungsformen dazu haben sie auf dem so genannten
„Instructor’s Course“ gelernt.
Baumeister und Bechmann haben den so genannten „Instructor’s
Course“ absolviert, den die International Krav Maga
Federation (IKMF) in verschiedenen europäischen Ländern
anbietet. Dabei handelt es sich um intensive Ausbildungseinheiten,
in denen den Absolventen die Befähigung zum Krav Maga-Instructor
vermittelt wird – und das innerhalb eines Halbjahres-Zeitraumes.
Zugelassen werden dazu nur erfahrene Krav Maga-Praktizierende
oder in anderen Kampfsportarten Versierte. Anders gesagt: Entweder
hat man Krav Maga von der Pike auf gelernt oder versteht sich
auf eine andere Methode. Dafür kommen allerdings nur Leute
in Frage, die sich jahrelang mit einer modernen Selbstverteidigung
beschäftigt haben – bzw. mit einem System, das Treten
und Schlagen betont. Will sagen: Ein Schwarzgurt in Aikido oder
Kobudo, eine Graduierung im Tai Chi berechtigen kaum zum Eintritt
in den Instructor’s Course.
Bechmann beispielsweise verfügt über den 3. Dan im
Ju-Jutsu, und übte dies mehr als 20 Jahre aus, bevor er den
Instructor’s Course absolvierte. Nun ist der Deutsche Ju-Jutsu-Verband
eng mit der Polizei verknüpft - Bechmann absolvierte
etwa seine Übungsleiter-Ausbildung an der Hessischen Landespolizeischule
unter den Fittichen von vielen Polizei-SV-Ausbildern – und
Ju-Jutsu schon von daher eine Methode, die sich die moderne, realitätsbezogene
Selbstverteidigung auf die Fahnen geschrieben hat. Der Wechsel
vom Ju-Jutsu zum Krav Maga fiel Bechmann daher leicht. Sascha
Baumeister hat 20 Jahre Erfahrung in Taekwondo, Hapkido
und Kempo-Karate auf dem Buckel und verfügt obendrein direkten
Bezug zur Realität, weil er sich seinen Lebensunterhalt in
der Security-Branche verdient.
Beide erfuhren im Instructor’s Course nicht nur eine Schulung
in den speziellen Krav Maga-Techniken und –Taktiken, sondern
mussten sich manche liebgewordene Eigenheit, die sie sich in ihren
Ursprungs-Kampfsportarten angeeignet hatten, abgewöhnen lassen.
Zum einen Körperhaltungen – denn das KM legt keinerlei
Wert auf eine „ästhetische“ Haltung, weil diese
meist auf Kosten des Eigenschutzes geht. Zum anderen, was Kombinationsfolgen
betrifft. Ju-Jutsuka Bechmann insbesondere wollte gerne Abwehrkombinationen
mit einem Wurf abschließen – was im KM eher verpönt
ist: In einer unübersichtlichen Situation auf der Straße,
in der man nicht weiß, ob sich überraschend –
womöglich bewaffnete - Dritte einmischen, ist ein Wurfansatz
zu gefährlich. Weil man sich durch den Wurf zu lange an einer
Stelle bindet und die Wahrnehmungsfähigkeit für die
Umgebung eingeschränkt ist, möglicherweise bei mangelhafter
Ausführung mit zu Boden geht. Warum dieses Risiko überhaupt
eingehen?
Andere deutsche KM-Instructors wurden dies auf der Basis von
Kung Fu-Stilrichtungen, hatten Vorerfahrungen in Thai- und Kickboxen
oder dem Progressive Fighting. Sie alle wurden im Instructor’s
Course an die KM-Techniken und Konzepte herangeführt. Im
ersten Teil erfolgte die Einführung, im zweiten die intensive
Wiederholung und Erweiterung, im dritten dann der Feinschliff
und die Abschlussprüfung. Die israelischen Chef-Ausbilder
der IKMF sagen, dass sich im zweiten Teil abzeichnet, ob ein Kandidat
am Ende erfolgreich ist oder nicht.
Bei den drei Teilen wird in der Regel zweimal neun Tage und einmal
sieben Tage blockweise trainiert. Dabei wird sieben bis neun Stunden
pro Tag geübt. Ein anstrengendes Unterfangen, bei dem die
meisten nach dem fünften oder sechsten Tag erste Abnutzungs-
oder Ermüdungserscheinungen zeigen. Denn der Kurs besteht
vor allem aus „learning by doing“ und nicht theoretischer
Lektüre. Da im Krav Maga durchweg die aggressive Vorwärtsverteidigung
gepredigt wird, kommt es dementsprechend zu vielen kontaktintensiven
Trainingssequenzen.
Dennoch: Kann man in so kurzer Zeit eine fremde Technik erlernen?
Ja – insofern Krav Maga eben keine herkömmliche Kampfkunst
ist. Bechmann: „Für mich entscheidend ist schon der
Begriff ‚Instructor’ – zu deutsch ‚Ausbilder’.
Will sagen: Ich bin eben kein Meister im fernöstlichen und
eigentlich auch kein Trainer im sportlichen Sinne.“ Krav
Maga hat keinerlei Bindung oder Bezug zu den fernöstlichen
Systemen und ist völlig frei von den entsprechenden
philosophischen Ansätzen: Der Gedanke des „Do“
als lebenslangem Weg der Selbsterziehung und –entwicklung
ist ihm fremd. Auch Sport als solcher ist dem Krav Maga egal –
allerdings wird eine intensive physische und mentale Schulung
betrieben.
„Instructor zu sein, bedeutet für mich, die
Leute zu lehren, sich mit Krav Maga-Techniken selbst zu verteidigen“,
so Bechmann, „ich bin dafür zuständig, dies entlang
der speziellen Krav Maga-Didaktik möglichst effektiv zu bewerkstelligen.“
Mehr nicht. Bechmann erinnert daran, dass Krav Maga ursprünglich
eine rein soldatische Angelegenheit war, die in militärischen
Ausbildungs- und Lehrplänen vermittelt wurde. Wie eine Schießausbildung
oder der Einzelkämpferlehrgang - dabei wird ja auch über
einen begrenzten Zeitraum eine Fertigkeit intensiv geschult. Und
so sprechen die Krav Maga-Instructors von einem KM-„Curriculum“,
vermitteln die Kampftechniken und –taktiken in Lehr-„Units“
und führen Prüfungen als „Level testings“
durch.
Möglich macht die schnelle Aneignung des KM-Konzepts durch
erfahrene Kampfsportler die technische Einfachheit des Krav Maga.
KM unterscheidet sich u.a. darin von anderen Methoden, als dass
es die Erfahrungen aus den Konflikten und Kriegen der israelischen
Armee umsetzt. Und ein Lehrsatz ist: „Keep it simple and
stupid“ – unter höchsten Nervenstress, bei Angst
um Leib und Leben funktionieren nur grobmotorisch ausführbare
Techniken. Komplexe Bewegungsfolgen passen nicht zu einer auf-Leben-und-Tod-Konfrontation.
Krav Maga entstand auch vor dem Hintergrund, dass die israelische
Armee schon immer junge Rekruten und ältere Reservisten in
ihre Kampfeinheiten integrieren muss. Bei beiden Gruppen ist es
unmöglich, sie erst jahrelang in spezifischen Nahkampftechniken
zu unterrichten, bevor sie in den Einsatz können. Sondern
nach einer relativ kurzen Grundausbildung oder in zeitlich begrenzten
Reserveübungen geht es hinaus ins feindliche Leben - in dem
die Soldaten sofort effektiv kämpfen müssen. Auch von
daher gibt es im KM nur schnell zu erlernende und leicht anzuwendende
Techniken. Und selbstverständlich keine Formen, keine Kata,
nichts dergleichen.
Folglich vermögen erfahrene Kampfsportler die KM-Techniken,
ja den ganzen KM-Ansatz relativ schnell in ihr Bewegungsrepertoire
einzubauen. Man hat als KM-Instructor aber noch viel damit zu
tun, sein Können in speziellen nachfolgenden Instructor’s
Trainings zu verfeinern. Krav Maga verlangt aber von seinen Ausbildern
nicht, dass sie erst als perfekte „Meister“ ihr Wissen
weiter vermitteln.
Um sicher zu gehen, dass das angestrebte Niveau auch erreicht
wird, legen die KM-Instructors Wert darauf, dass sich nicht nur
erfahrene Kampfsportler zum Ausbildungskurs melden, sondern dass
diese bereits mehrjährige Erfahrung als Trainer haben. Und
noch eine Eingangshürde gilt es zu bewältigen: Zum Instructor’s
Course wird nur zugelassen, wer eine Empfehlung eines aktiven
KM-Instructors vorweisen kann. Was letztlich bedeutet, dass Interessenten
am Instructor’s Course sich vorstellen müssen und möglicherweise
etwas mittrainieren sollten – etwa eines der Basisseminare
absolvieren, die von den IKMF-Trainingsstätten ausgerichtet
werden.
Artikel ursprünglich erstellt für Magazin "Kampfkunst
International".
(Bildergalerie
dazu...)
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Authentic Krav Maga.
Straight from the source.
Krav
Maga ist das Selbstverteidigungs- und Nahkampfsystem der
israelischen Armee und hat weite Verbreitung bei Militär,
Polizei- und Justizbehörden anderer Staaten gefunden.
Krav Maga beruht auf den natürlichen Reflexen des
Menschen und ist einfach zu lernen. Es bedient sich instinktiver
Bewegungen und lehrt praktikable Techniken für Jedermann.
Gelehrt wird Krav Maga in realistischen Trainings-Szenarios.
Ein Merkmal ist seine ausgefeilte Lehr-Methodik und -
Didaktik.
Das KM Center Frankfurt/Rhein-Main
bietet Selbstverteidigung und Eigenschutz für Bürger,
Polizei- und Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und
Angehörige von Berufsgruppen mit speziellen Risiken.
Siehe Seminare
Krav Maga der IKMF ist ein "Exportartikel"
von SIBAT
- der Verkaufsorganisation des israelischen Ministry of
Defense, die außer Waffen & Equipment auch Mittel
& Methoden weltweit vertreibt.
Mehr Referenzen...
Was unterscheidet
Krav Maga der IKMF von anderen KM-Formen?
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