Kontakt
per E-Mail
Diese Homepage stellt Ihnen ausführliche
Informationen zu Krav Maga generell und dem Training in
Frankfurt speziell zur Verfügung. Bitte nutzen Sie
dieses Angebot, bevor Sie Anfragen per E-Mail
oder per Telefon
stellen.
|
|
Realitätsbezogene Verteidigung im Bodenkampf
Von Eyal Yanilov (Head Instructor)
Das israelische Nahkampfsystem Krav Maga (KM) konzentriert sich
alleine auf Selbstverteidigung - d.h., gewalttätige Konfrontationen,
wie sie tatsächlich in der Wirklichkeit vorkommen, zu überleben.
Und das zu den Bedingungen, die auf der Straße oder dem
Schlachtfeld oder in jeder Situation, die einen zivilen, polizeilichen
oder militärischen Hintergrund hat, herrschen.
Daher unterscheidet sich auch die KM-spezifische Selbstverteidigung
in der Bodenlage in einer Reihe von Punkten von den Ansätzen
des eher sportlichen Bodenkampfes bzw. des zunehmend populär
gewordenen Grapplings.
Es ist grundsätzlich anzunehmen, dass Grappler nicht
unbedingt Aufrührer und Straßenschläger sind,
da sie in der Regel disziplinierte Menschen sind. Insgesamt ist
die Anzahl von Leuten, die gute Bodenkämpfer sind, relativ
gering. Daher ist es realistisch, nicht von einem gut ausgebildetem
Bodenkämpfer als Angreifer auszugehen, sondern eher von einem
normalen Raufbold. Der KM-spezifische Ansatz beschäftigt
sich (vor allem im Anfängertraining) mit den Attacken, die
auch wirklich häufig vorkommen.
Kämpfe in der Bodenlage "draußen"
haben keine Regeln. Daher werden im KM in der Bodenlage Techniken
genutzt, die auch in harten "No-rules-fights" verboten
sind: Beißen, Fingerstiche in die Augen, das Nutzen von
Gegenständen, das Brechen von kleinen Gelenken - der Einsatz
aller Möglichkeiten, die ein Körper eben bietet.
Waffen sind weit verbreitet bei Straßenschlägern
- daher muss ein Bodenkampf auch den unvermittelten und zuerst
unabsehbaren Einsatz eines Messers o.ä. einkalkulieren.
Selbst "No-rules-fights" haben ein Minimum an
Regularien und Sicherheitsbestimmungen - und die Kämpfer
haben zumindest die Gewissheit, dass es nur gegeneinander geht.
Dagegen aber zeigt sich in Statistiken, dass im echten Leben häufig
mehrere Angreifer im Spiel sind. Und da verbietet es sich von
selbst, einen regelrechten Bodenkampf mit Hebeln und Würgen
zu führen.
Abgesehen davon ist es in Wirklichkeit häufig so, dass
der Angreifer steht, während man als Verteidiger auf dem
Boden liegt. Daher ist es fast wichtiger, sich mit der Gefahr
von oben getreten zu werden, zu beschäftigen, als mit dem
reinen Ringkampf in der Bodenlage.
Was wirklich passiert, wenn in der Bodenlage gekämpft wird
Konfrontationen werden am Boden geführt, weil einer der
Opponenten den anderen absichtlich zu Fall bringt oder weil beide
das Gleichgewicht verlieren und fallen. Egal wie es zur Bodenlage
kommt - KM-Schüler werden immer angehalten, mit potenziell
mehreren Angreifern zu rechnen oder das Waffen noch gezückt
werden können.
Daher sollte man keinesfalls freiwillig zu Boden gehen - und falls
man doch in die Bodenlage gerät, sollte man diese so schnell
wie möglich wieder verlassen. Allein schon deshalb, weil
auf dem Boden die eigene Bewegungsfähigkeit und die Wahrnehmung
für die Umgebung eingeschränkt sind.
Bild
links: Ein rein kampfsportlicher Ansatz im Bodenkampf läßt
einen eventuell ins offene Messer laufen - falls dieses mitten
im Bodenkampf unerwartet vom Angreifer gezückt wird.
Selbstverteidigung in der Bodenlage - präventive Maßnahmen
Als erste Präventivmaßnahme lernt ein KM-Schüler
natürlich kontrolliert zu fallen bzw. zu stürzen. Das
zweite Maßnahmenset dreht sich darum, den Angreifer davon
abzuhalten, einen zu Boden zu bringen: Diese Techniken beinhalten
Distanzgewinn, den Angreifer daran zu hindern, zu nahe zu kommen
und Gegenattacken. Zu guter Letzt kommt es darauf an, den Angreifer
daran zu hindern, einen zu erwischen, während er noch steht,
man selbst aber am Boden liegt: etwa die Beine zum Angreifer zu
richten, selbst nach dem Angreifer zu treten bzw. ihn durch Tritte
zu stoppen und so schnell wie möglich aufzustehen.
Verteidigung gegen einen stehenden Opponenten
KM-Training beschäftigt sich zwingend mit der Verteidigung
gegen Tritte und Schläge zum Kopf - und mit der Verteidigung
gegen Angriffe mit Schlag- oder Stichwaffen von oben herab.
Beispiel: Man ist in der Bodenlage und der Angreifer tritt nach
dem Kopf. Wir blockieren den Tritt mit einer Unterarmabwehr und
drehen dabei gleichzeitig den Oberkörper aus der Trittrichtung.
Sofort danach kontern wir mit Tritten zu Knien und Unterleib des
Angreifers. Dann wird sofort aufgestanden - unter Berücksichtigung
der Eigensicherung selbstverständlich.
Grundsätzliche Verteidigungen und Befreiungen, wenn Angreifer
und Verteidiger in der Bodenlage sind
KM-Übende lernen auch, sich eines Angreifers zu erwehren,
der ebenfalls in der Bodenlage ist. Also auf einem oder zwischen
den Beinen sitzend bzw. von der Seite würgt, greift, einen
Schwitzkasten ansetzt oder auch zu Kopf und Körper schlägt.
Die Möglichkeiten, die Krav Maga gegen diese Angriffe bietet,
basieren auf den gleichen Techniken, Prinzipien und Drills, die
gegen Angriffe im Stand eingesetzt werden. Diese werden um die
speziellen Anforderungen des Bewegens am Boden ergänzt. Darüberhinaus
gibt es spezielle Techniken und Lösungen für Probleme
in der Bodenlage. Im Krav Maga wird konsequent danach gestrebt,
die Anzahl der verschiedenen Techniken zu minimieren, um den Trainingseffekt
zu erhöhen. Weniger ist auch hier mehr.
Beispiel: Beim Würgen vom vorne reißt man im KM mit
einer schnellen Bewegung die Hände des Angreifers vom Hals,
während man gleichzeitig das Knie in den Unterleib des Gegners
rammt. Am Boden, wenn der Angreifer zwischen den eigenen Beinen
kniet, werden die gleichen Prinzipien und Techniken leicht modifiziert
angewandt. Die Hände gehen zur Befreiungstechnik zum eigenen
Hals und das Knie wird zur Brust des Angreifers gestoßen
- dies natürlich in diesem Zusammenhang vor allem, um den
Angreifer zurückzustoßen und den Abstand für den
Einsatz der eigenen Füße zum Kopf des Angreifers zu
erreichen.
Verteidigung gegen eine Bedrohung mit einer Waffe in der Bodenlage
Während eines Kampfes am Boden besteht die Möglichkeit,
dass ein Angreifer eine Waffe nutzt - weil er sie dabei hatte
oder weil er ein wie auch immer geartetes Objekt ergreift und
einsetzt. Realitätsbezogenes Selbstverteidigungstraining
muss immer damit rechnen. Im Krav Maga werden auch hier die Prinzipien
aus der Verteidigung gegen Waffen im Stand auf die Situation am
Boden übertragen. Daher beinhaltet das KM-Training den Umgang
mit Messern, zerbrochenen Flaschen oder ähnlich scharfen
Gegenständen bzw. Schlagstöcken, Eisenstangen und Ähnlichem
- egal, ob diese direkt eingesetzt oder nur bedrohlich gehalten
werden.
Ein grundlegendes Prinzip des Krav Maga ist, verschiedene Angriffsprobleme
und -szenarien mit der gleichen oder einer sehr ähnlichen
Lösung anzugehen. Damit reduzieren wir zum einen die Zeit,
die ein Schüler braucht fürs Training. Zum anderen aber,
und das ist noch wichtiger, reduzieren wir die entscheidende Phase
der Entscheidungsfindung in einer hochkomplexen, hochgradig nervösen
Straßen-Situation.
Beispiel: Ein Rechtshänder als Angreifer packt einen mit
der linken Hand an der Schulter und hält das Messer an die
linke Seite des Halses. Die KM-Basistechnik dagegen kann dabei
mit verschiedenen Varianten dieser Situation fertigwerden - und
nicht nur mit dieser: Zusätzlich ist durchaus möglich,
den beinahe gleichen Ansatz gegen Bedrohungen mit einer Schusswaffe
oder anderen Waffen zu praktizieren.
Im vorliegenden Fall - also im Stand - stößt der Verteidiger
mit einer schnellen Bewegung das Messer vom Hals, während
gleichzeitig er den eigenen Körper in die dem Messer entgegengesetzte
Richtung wegdreht. Übergangslos und ohne Zeitverzug attackiert
der Verteidiger dann den Angreifer.
Hält der Angreifer einem ein Messer in der gleichen Weise
an den Hals, während er in der Bodenlage auf einem sitzt,
dann greifen wir mit beiden Händen nach dem Gelenk der messerführenden
Hand, ziehen diese zur Seite und werfen den Angreifer in die gleiche
Richtung mit Hilfe einer Brücke, wie sie die Ringer praktizieren
und rollen auf den Angreifer bei gleichzeitigen Gegenattacken.
Bild
links: Den Messerarm mit beiden Händen packen und den Angreifer
durch Zug und Druck abwerfen.
Kampf in der Bodenlage
Im Krav Maga wird immer zwischen bloßer Selbstverteidigung
gegen einen Übergriff und einem richtigen Kampf, d.h. einer
Auseinandersetzung, die im vollen Gange zwischen zwei oder mehr
Gegnern ist, unterschieden. Das gilt auch für die Bodenlage.
Hier werden zwei verschiedene Aspekte wahrgenommen: Einerseits
ein Ansatz von "Spielen und Drills", der dem Grappling
durchaus nahekommt - hierbei kämpfen die Übenden am
Boden mit Griffen und Schlägen in einer Art Sparring. Andererseits
ein mehr straßenorientierter Ansatz, bei der man jede Gefahr
neutralisiert, bevor man aufsteht sobald man kann. In beiden Fällen
enthält das Training Schläge und Stöße mit
Händen, Füßen, Ellbogen, Knien. Dazu kommen Kopfstöße,
Beißen und dem Kontrahenten ins Ohr schreien. Ebenfalls
werden mit Griffen, Würgen und Hebeln empfindliche Stellen
wie Unterleib, Augen, Hals und Gelenke attackiert.
Beim Bodenkampf kann man auch häufig Dinge einsetzen, die
man mit einer Hand erreichen kann: Steine, Glassplitter, Sand.
KM-Trainierende üben den Einsatz solcher Hilfsmittel - und
natürlich auch, wie man den Gegner hindert, das Gleiche zu
tun.
Über den Autor: Eyal Yanilov, früherer Head
Instructor der International Krav-Maga Federation (IKMF) und nunmehr
von Krav Maga Global. Eyal war mehr als 15 Jahre der engste Schüler
und Mitarbeiter von Imi Lichtenfeld, dem Begründer des Krav
Maga. Er schrieb die offiziellen KM-Handbücher und trägt
die höchste KM-Graduierung. Mehr als 20 Jahre hat er KM-Instructors,
sowie Militär- und Polizeieinheiten auf der ganzen Welt ausgebildet
und trainiert.
© Eyal Yanilov
|
|
Krav Maga ist das Selbstverteidigungs-
und Nahkampfsystem der israelischen Armee und hat weite
Verbreitung bei Militär, Polizei- und Justizbehörden
anderer Staaten gefunden.
Krav Maga beruht auf den natürlichen Reflexen des
Menschen und ist einfach zu lernen. Es bedient sich instinktiver
Bewegungen und lehrt praktikable Techniken für Jedermann.
Gelehrt wird Krav Maga in realistischen Trainings-Szenarios.
Ein Merkmal ist seine ausgefeilte Lehr-Methodik und -
Didaktik.
Das KM Center Frankfurt/Rhein-Main bietet
Selbstverteidigung und Eigenschutz für Bürger,
Polizei- und Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter
und Angehörige
von Berufsgruppen mit speziellen Risiken. Siehe Seminare
Krav Maga ist ein "Exportartikel"
von SIBAT
- der Verkaufsorganisation des israelischen Ministry of
Defense, die außer Waffen & Equipment auch Mittel
& Methoden weltweit vertreibt.
Mehr
Referenzen...
Was unterscheidet
Krav Maga Global von anderen Krav-Maga-Anbietern?
|
|