"Car Rage"-Seminar:
Selbstverteidigung rund ums Auto
Hände am Hals, Fäuste vorm Gesicht, Messer vor dem
Bauch, Pistole vor der Nase - der Straßenverkehr und der
damit verbundene Stress ist häufig Anlaß für Zusammenstöße
äußerst unerfreulicher Art.

Erläuterungen von Tal Kvores in der KMF-Trainingshalle
Um Strategien zur Vorbereitung auf etwaige Zwischenfälle
rund ums Auto ging es demgemäß beim "Car Rage"-Seminar
des Krav Maga Centers Frankfurt am 13. November 2010. Genauer:
Um Angriffe im Auto vom Beifahrersitz aus wie Würgen und
Schlagen sowie Messerangriffe und Pistolenbedrohungen im Fahrzeug.
Trainiert wurde dabei rund fünf Stunden unter der Anleitung
des KMG-Toplevel-Instructors Tal Kvores aus Israel - sowohl in
der Halle wie im Freien. Ein privates Parkdeck diente den knapp
30 Seminarteilnehmern als Plattform für die Kämpfe im
und rund ums Auto.

Im Auto kommt der Angreifer kaum von vorne: Im Mittelpunkt
des Seminars standen daher Angriffe von der Seite.
Tal Kvores befasste sich dabei mit Techniken aus den Practicioner-Levels
des Krav Maga, mit denen man sich gegen Würgeangriffe von
der Seite, Messerbedrohungen seitlich an Körper und Hals,
Messerstiche von der Seite oder von oben u.ä. zur Wehr setzt.

Tal Kvores demonstriert 360's Outside Defenses gegen einen
Messerstich von oben im Sitzen.
In der Trainingshalle des KM Centers begann Kvores dabei mit
Vorübungen: Typische Krav Maga-Verteidigungen und -Gegenangriffe
aus dem Standard wurden mit dem Partner auf die beengte Situation
beim Sitzen im Auto umgesetzt - und speziell auf die Nachteile
durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit in puncto Technikausführung
und Kraftentwicklung eingegangen.

Tal Kvores führt Probleme beim Messerstich von vorne im
Sitzen vor - wenn zumindest eine Hand das Lenkrad nicht loslassen
kann.
Nach diesem vorbereitenden Training wechselte die Seminargruppe
zu einem benachbarten privaten Parkdeck in der Offenbacher Innenstadt,
um dort direkt an und in Autos der Teilnehmer das Gelernte ins
realitätsnahe Umfeld umzusetzen.

Training an und in Autos: Der Angreifer wird rausgeworfen.
Selbstverständlich wurde drauf geachtet, dass die Fahrzeuge
der Teilnehmer von Schäden verschont blieben. Geübt
wurde sowohl das Einsetzen der Bremse zur Unterstützung der
Verteidigung wie auch das Öffnen und Lösen des Gurtes
im Bedarfsfalle..

Zufriedene Seminarteilnehmer - die teilweise sogar aus Nordrhein-Westfalen
zum Offenbacher Krav Maga Center angereist waren.
Zum Ende des Seminars beschäftigten sich die Teilnehmer
noch mit der Bedrohung durch eine ins Auto bzw. vors Fahrerfenster
gehaltene Pistole - selbstverständlich die schwierigste und
gefährlichste Situation überhaupt.
Live-Training, in natürlicher Umgebung, wird immer wieder
von allen Krav Maga-Praktizierenden als besonders intensives Erlebnis
wahrgenommen - und gerade diese Erfahrung dürfte mehr als
jedes bloße technische Training in der regulierten Umgebung
einer Halle oder eines Dojos dazu geeignet sein, die Gegenwehr
im Falle eines tatsächlichen Angriffes zu ermöglichen.
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